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Posts Tagged ‘Tod?’

Erich Kästner bezieht sich in seinem Gedicht November sehr auf`s sterben. Eigentlich fast verdrängt von der Gesellschaft gehört`s dazu. Findet am Rand statt. Wenn ich dieses Gedicht spreche gibt es neben Betroffenheit gelegentlich Protest. Spätestens bei der Zeile:“ Wer noch nicht starb, dem steht es noch bevor…“ Im Radio MDR Figaro ist Themenwoche. Leben mit dem Tod. Anfangen…Aufhören….

Für meine Chorschwestern, die jetzt Geburtstag haben die Wünsche zum November in die Post geschrieben. Manche sind doch Seelisch nicht ganz auf der Höhe. Freude pur bei ihnen über meine Zeilen….10 Jahre Chorgeburtstagsdienst. Anruf, Brief, kleines Geschenk. Werden ab nächstes Jahr neue Formen finden. Ständchen reicht auch.

Irgendwie könnt ich wieder was verrücktes machen. Ausbrechen….Wer kennt das nicht, im Glashaus sitzen und mit Steinen schmeißen….Wir befinden uns alle in Abhängigkeiten und gerade das nervt manchmal. Keiner ist frei. Je mehr Einengungen umso lauter der Schrei nach Ausbruch. Ohne diese Gelder und die Hilfe der Kollegen funktioniert`s leider nicht. Vielleicht geht mir die lange Durststrecke auch auf den Geist keine Auftritte gehabt zu haben. Erfolg macht süchtig. Beim Zeitungsverkauf hat sich meine Verzweiflung gegeben. Wieder Gedichte rezitiert und stellt euch vor, eine Studentin erzählte, mich in Portugal im Radio gehört zu haben beim Hörerforum von MDR Figaro.

Bald geht`s in die Vollen. 14 Auftritte in der Adventszeit. Leider ist solches Glück in der übrigen Zeit des Jahres immer dünn gesät. Aber freu mich schon auf diese Rumreisezeit. Möglicherweise ergeben sich dadurch weitere Gelegenheiten irgendwo zu landen….

Uns allen Frieden im Herzen und alles Liebe und Gute….
Grüße von Musesuse

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Einst ein alter Baum
auf dem Feld neben unserem.
Die Krone breit, der Stamm gedrungen.
Ein Freund,
geduldig und gut mit jedem.
Du, ich und Ihr.
Jungvögel wuchsen heran
in seinem Kronenblattwerk.
Dem Wild gab er Nahrung.
So manche harte Winter
eingefroren bis zu den Astenden
gingen an ihm fast spurlos vorüber.
In der Stille rauschten leise seine Blätter…
Es klang wie tröstende Worte
für den der einsam war.
Stürme rissen an seinen Ästen….
Er stand, festverwurzelt und geduldig.
Ein alter Baum.
Freund jedes Lebewesens.

Grelle Blitzschläge in der Nacht
haben den Baum umgebracht.
Übrig geblieben eine Holzruine.
Einige Stück Erinnerung an den Freund
zieren mein Haus.
Geformtes Holz.
Einst ein alter Baum….

In Laasdorf, November 1984 von mir geschrieben.

Noch ein Nachruf diesmal für einen lieben Freund und Kollege, der in der Roda ertrunken ist. Eigentlich ein flaches Flüsschen bei Zöllnitz. Ich sehe ihn noch mit seiner Zigarre im Mund, immer hilfsbereit. Haben mal zusammen Nachtschicht gemacht in der Heizung von der Gärtnerei, eine Woche lang. Ja Bilder, Erinnerungen, Begebenheiten, Geschichten…Öfters auch ein Schnäpschen zusammen getrunken. Und dann diese Nachricht….
Gleich trinke ich noch ein Schnaps im Gedenken an dich lieber Arno…..

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Was bleibt?

Ein leerer Stuhl dir gegenüber.
Die traurige Nachricht von ihrem Tod.
Kleidungsstücke,
welche nicht mehr einen dir vertrauten Körper wärmen.
Blumen, die ihre Hände nicht pflücken.
Verstummt für immer ihr lachen.
Eine Umwelt, die nicht vollständig scheint.
Auf dem Friedhof ein frischer Hügel
bekränzt mit Blüten.
Die Familie, die zerrissen.
Schwarze Tücher und viele Tränen.
Tiefes Schweigen in ihrem Zimmer.
Menschen die fragen " Warum jetzt,
warum so jung?"
Andere die Verurteilen " Wie sie gelebt?"
Was uns allen bleibt ist
die Erinnerung !!

Für meine Carmen +

Geschrieben vermutlich im Frühling 1983. Habe vergessen damals das Datum zu notieren auf meinen Schriftstücken.

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Dienstag. Der Himmel ist grau. Es nieselt leicht. Im Betrieb herrscht betretenes Schweigen. Warum? Eine Arbeitskollegin ist verstorben. Um 14 Uhr ist die Trauerfeier. Wir wollen dabei sein. Kirche und Friedhof liegen auf dem Berg dem Himmel ein Stück näher. Züge trauernder Menschen mit herrlichen Blumengebinden schlängeln sich langsam hinauf. In der Totenkammer im offenen Sarg auf weißen Tüchern die Verstorbene. Irgendwie hat sie etwas unwirkliches an sich. Das Gesicht blau-grau getönt. In den gefalteten Händen ein Veilchenstrauß.

Was ist das? Tod sein. Eindrücke im Familienverband. Ein leerer Stuhl. Ein Raum der nicht mehr ausgefüllt ist. Den Tod kann man nicht erklären. Er ist überall gegenwärtig. Jeden von uns verfolgt er einmal. Es ist gut, das wir ihn nicht im voraus berechnen können.

Die Angehörigen kommen und nehmen Abschied. Tiefe Trauer, Tränen stehen in den Augen. Einfach unfassbar, das dieses Leben schon so früh aufgehört hat. …Tiefer Frieden und ewige Ruhe gehen von der Toten aus. Eine Ruhe die nie gestört werden kann.

Erinnerungen kommen hoch. Viel Not und Krankheit hat sie überschattet. Aber trotzdem recht lebensfreudig gewesen. Eigentlich hatte sie einen schönen Tod. Eingeschlafen abends und über Nacht in den ewigen Schlaf gesunken…. Die Kirche ist randvoll. Eine Seitentür öffnet sich und der blumenbekränzte Sarg wird in den Altarraum gefahren. Jetzt beginnt der Trauergottesdienst. Immer wieder kommen Gedanken hoch und gleichzeitig Tränen. Ich möchte die Lieder mitsingen aber die Stimme versagt. Andere sind verlegen. Der Pfarrer findet gute Worte um die Leidtragenden zu trösten. Die Totenfeier hat ein sehr dörflichen Charakter wie man es in alten Büchern findet.

An der Spitze das Kreuz und der Pfarrer….

Leider habe ich hier nicht fertig geschrieben damals irgendwann im Jahre 1983. Nachdem mich eine Kollegin ermuntert hatte meine Eindrücke, die mich sehr beschäftigten doch aufzuschreiben. Meine Eltern haben mich nie zu Beerdigungen mitgenommen in Kindheit und Jugend. Das war ein Tabu und der Welt der Großen vorbehalten. Da könnt ihr euch bestimmt vorstellen, welche Tiefenwirkung dieses alles auf mich hatte. Carmen war 20 jahre jung als sie entschlief Zuhause in Stadtroda. Lebenslustig trotz Epilepsieerkrankung. Seit diesem Moment hat mich das Schreiben nicht mehr losgelassen……

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Es ist Abend. Die Sonne lässt noch einige helle Strahlen durch den diesigen Horizont gleiten, bevor sie rot hinter den Bergen versinkt. Langsam hüllt sich die Natur in dunkles Schweigen. Die Nacht bricht herein. Zeit für mich hinaus zugehen und nach dem Wild zu sehen. Ruhig und gelassen ziehe ich meine grünen Sachen an und setze meinen Hut auf den Kopf. Dann gehe ich hinaus in die dunkle geheimnisvolle Nacht. Das Dorf mit den alltäglichen Eindrücken bleibt hinter mir. Meine Augen gewöhnen sich langsam an die Dunkelheit. Sie sehen durch das schwarze Tuch hindurch, was zuerst so undurchdringlich schien.

Das Fernglas hilft noch etwas nach, die Konturen und Bestandteile dieser Umwelt genauer ansprechen zu können. Es ist still. Da und dort ein leises knacken oder ein Vogel der wohl an Schlafstörungen leidet. Der Nachtwind spielt mit den Blättern in den Bäumen. Sie knistern. Der nahe Wald rauscht mal leise, mal laut, wie der Wind seine Possen mit ihm treibt. Es klingt wie eine Melodie. Waldluft umgibt mich. Irgendwie bin ich glücklich. Auf meinem Weg steigen Gedanken zur Schönheit dieser Umwelt und Erhaltung derselben in mir hoch…..

Auf den Wiesen neben mir bewegen sich dunkle Schatten. Mein Fernglas offenbart ziehende Rehe, fünf an der Zahl. Langsam bewegen sie sich, die Ohren immer offen von Futterplatz zu Futterplatz. Der Wind steht gut. Sie bemerken mich nicht. Bei den Korbweiden spielen die Hasen. Mir scheint, das ich in der Nacht besser hören kann. Kein Geräusch entgeht mir. Nebelschwaden ziehen über den Erdboden hin. Sie benetzen die Gräser und alles was da steht und wächst mit einem feinen Wassertropfenschleier. Meine Stiefel sind nass.

Über der Natur der Sternenhimmel als Ergänzung und Abrundung der ganzen Schönheit. Große und kleine Sterne funkeln mir silbrig entgegen. Da die Milchstraße. Wie ein weißes Band zieht sie sich am schwarzen Himmel entlang. Mir einem Blick durch das Nachtglas entpuppt sich dieses über mir als ein mit vielen Punkten übersätes dunkles Tuch. Einmal die Augen oben, dann wieder in der Natur setze ich meinen Weg fort. Vor mir taucht der Schein Jenas auf. Das Lichtergemisch weißer und gelber Straßenlaternen gibt dem Himmel eine undefinierbare Farbe. Arme Stadtmenschen, sehen die Schönheit des nächtlichen Sternenhimmels kaum. Viele wollen gar nicht sehen. Sie betrachten ihre vier Wände als Festung und lassen nichts von außen heran. Der Fernseher ist ihr ein und alles.

Jetzt habe ich die hohen Bäume am Waldrand erreicht. Zwischen ihnen windet sich der Bach. Hier bleib ich stehen und höre was er mir erzählt. Murmelnd und gurgelnd fließt er über die Steine dahin. Hier und da ein Blatt oder ein Holz mitnehment, was von den Bäumen fällt. Er zieht mich in seinen Bann. Ich denke an meine verstorbene Kollegin. Der Tod ist etwas unfaßbares. Gestern lebendig und frisch mit mir gearbeitet und heute: Der Platz gegenüber am Mittagsstisch leer. Für immer leer. Ich denke an versprochenes ihr gegenüber, was ich nicht gehalten habe. Ärgere mich etwas und mache mir Vorwürfe. Hab sie doch recht gerne gehabt. Viel Not und Elend hat sie erlebt aber trotzdem doch recht fröhlich gewesen. 20 Jahre alt und schon Abschied von diesem Leben. Man kommt dazu über den Sinn des Lebens nachzudenken….

Es ist kalt geworden. Meine Hände sind steif. Gut, das die Handschuhe in der Jacke sind. Langsam gehe ich über die Felder. In der Ferne vor mir liegt die Autobahn. Lichter huschen vorbei. Lastzüge donnern mit hoher Geschwindigkeit in der Ferne vorbei. Die Luft ist plötzlich angereichert mit ihren Abgasen. Ich sehne mich etwas nach der Stille am Bach zurück. Der Geruch der nahen Autobahn lässt mich schneller gehen. 30 m vor mir ist die Landstraße. Zwei Autos kommen mir entgegen. Ihr grelles Scheinwerferlicht macht mich fast blind. Der Boden unter meinen Füßen gibt plötzlich nach. Ich stehe in einer Schlammpfütze." Glück gehabt" denke ich, fast wäre ich hinein gefallen. Weiter geht es. Die Scheinwerfer sind weg. Fluche noch etwas über sie….

Neben der Landstraße auf dem kleinen Teich erzählen die Wildenten sich noch etwas vor dem Einschlafen. Es ist halb zwölf. Unten im Tal ist das Dorf mit seinen Gewächshausanlagen. Aus dem Schornstein kommt eine Rauchwolke die noch schwärzer ist, als die Nacht. In den Häusern brennt nur noch vereinzelt ein Licht. Ich überlege was die Menschen in den beleuchteten Stuben noch so anstellen. Aus irgendeinem Stall trägt der Wind mir leises Muhen und Kettenklirren an mein Ohr. Im Walde schreckt ein Rehbock. Es klingt etwas gespenstisch. Das Echo hilft noch ein bisschen nach…..

Die Eindrücke ringsherum haben mich müde gemacht. Unser Haus ist fast dunkel. Nur die Neonbeleuchtung in der Pflanzenvitrine vom Nachbarn, leuchtet mir kalt entgegen. Ich gehe in mein Zimmer und zünde die Kerzen an, dem kalten Licht der Straßenlaternen zum Trotz. Aus dem Radio tönt Kammermusik. Einfach herrlich dieses ausruhen und überdenken. Aber ich muss mich in acht nehmen. Die Müdigkeit versucht mit allen Tricks mich zu überrumpeln." Schade" denke ich" das die Nächte immer so kurz sind" und blase die Kerzen aus. Dann kommt ein langer Traum….

Im Herbst 1983 geschrieben in Laasdorf, während meiner Jagdhelferzeit.

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Der September neigt sich. In der Gärtnerei sind die ersten Wurzelnackten Beerensträucher geliefert worden. Vorbereitungen laufen auf Hochtouren um allen Obstgehölzen und Rosen eine Fachgerechte Unterbringung zu gewährleisten. Herbstzeit- Pflanzzeit. Meine Aufgabe war heute Erdbeerpflanzen zu topfen. Ein gutes Werk die verpackten Pflänzchen aus den Kartons zu befreien, ihnen Liebe, Licht und Erde geben….Gottes Segen durfte auch nicht fehlen. Handgriffe gelernt in den 80 iger Jahren, wo wir in der LPG Gärtnerei in Zöllnitz tausende Pflanzen getopft haben. Links den Topf genommen, dann die Pelargonie, Erde in den Topf, Pflanze rein, andrücken, rechts wegstellen…..

Die Erdbeeren, die ich vor einiger Zeit versorgt habe, sind wunderbar am wachsen mit frischen grünen Blättern. Ja der Lohn meiner Arbeit….In Anbetracht der Notwendigkeit dieser Handreichungen, schob ich heute eine Sonderschicht von 9- 15 Uhr. Gedanken gingen mir durch den Kopf…Eine liebe Musenschwester ist vor kurzer Zeit entschlafen. Ich höre ihre Stimme, sehe sie lachen….Sigrid ging mit ihrem Schicksal um. Die Kunst des Malens beseelte sie. Ausstellungen waren ihr eigen. Aus den Abgründen des Menschlichen Dasein Farben finden, Auswege, Darstellungen suchen. Ihr Jetzt und Hier ausfüllen trotz vieler Klinikaufendhalte, der Nebenwirkungsreichen Medikamente. Leben, Seiltänzerin am Strom der Zeit, Worte, Bilder, Verzweiflung, Träume….Friede deiner Seele du gutes Mädel….Deine Kunstwerke bleiben, Kompositionen im Farbfeuerwerk….Erinnerungen…

Die Nacht birgt alles unter ihrem Mantel. Radio, heißer Tee, Heimat, Kreativzeit, Erde unter den Fingernägeln….Fühlt euch wohl ihr Erdbeerpflänzchen in eurem neuen Zuhause…

Fragen bleiben unbeantwortet, Schleier umhüllen das Wie….Wir leben weiter, gehen unseren Weg….
Herzliche Grüße von Musesuse und kommt gut in den Oktober.

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