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Posts Tagged ‘Kollegin’

Dienstag. Der Himmel ist grau. Es nieselt leicht. Im Betrieb herrscht betretenes Schweigen. Warum? Eine Arbeitskollegin ist verstorben. Um 14 Uhr ist die Trauerfeier. Wir wollen dabei sein. Kirche und Friedhof liegen auf dem Berg dem Himmel ein Stück näher. Züge trauernder Menschen mit herrlichen Blumengebinden schlängeln sich langsam hinauf. In der Totenkammer im offenen Sarg auf weißen Tüchern die Verstorbene. Irgendwie hat sie etwas unwirkliches an sich. Das Gesicht blau-grau getönt. In den gefalteten Händen ein Veilchenstrauß.

Was ist das? Tod sein. Eindrücke im Familienverband. Ein leerer Stuhl. Ein Raum der nicht mehr ausgefüllt ist. Den Tod kann man nicht erklären. Er ist überall gegenwärtig. Jeden von uns verfolgt er einmal. Es ist gut, das wir ihn nicht im voraus berechnen können.

Die Angehörigen kommen und nehmen Abschied. Tiefe Trauer, Tränen stehen in den Augen. Einfach unfassbar, das dieses Leben schon so früh aufgehört hat. …Tiefer Frieden und ewige Ruhe gehen von der Toten aus. Eine Ruhe die nie gestört werden kann.

Erinnerungen kommen hoch. Viel Not und Krankheit hat sie überschattet. Aber trotzdem recht lebensfreudig gewesen. Eigentlich hatte sie einen schönen Tod. Eingeschlafen abends und über Nacht in den ewigen Schlaf gesunken…. Die Kirche ist randvoll. Eine Seitentür öffnet sich und der blumenbekränzte Sarg wird in den Altarraum gefahren. Jetzt beginnt der Trauergottesdienst. Immer wieder kommen Gedanken hoch und gleichzeitig Tränen. Ich möchte die Lieder mitsingen aber die Stimme versagt. Andere sind verlegen. Der Pfarrer findet gute Worte um die Leidtragenden zu trösten. Die Totenfeier hat ein sehr dörflichen Charakter wie man es in alten Büchern findet.

An der Spitze das Kreuz und der Pfarrer….

Leider habe ich hier nicht fertig geschrieben damals irgendwann im Jahre 1983. Nachdem mich eine Kollegin ermuntert hatte meine Eindrücke, die mich sehr beschäftigten doch aufzuschreiben. Meine Eltern haben mich nie zu Beerdigungen mitgenommen in Kindheit und Jugend. Das war ein Tabu und der Welt der Großen vorbehalten. Da könnt ihr euch bestimmt vorstellen, welche Tiefenwirkung dieses alles auf mich hatte. Carmen war 20 jahre jung als sie entschlief Zuhause in Stadtroda. Lebenslustig trotz Epilepsieerkrankung. Seit diesem Moment hat mich das Schreiben nicht mehr losgelassen……

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