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Posts Tagged ‘halle’

Ausschreiten, tief durchatmen. Die milde Witterung bietet Erholung. Zwar bangen viele jetzt um ihr Hab und Gut. Fluten an Schmelzwasser lassen die Flüsse steigen. Man ist in Alarmbereitschaft. In Halle erreichte die Saale heute einen Stand von 6,90 m. Deiche erhöhen….Hoffentlich halten sie. Ja diese Katastrophen, Erdrutsch, Schnee, Hochwasser, Lawinen, Erdbeben….Immer wieder merken wir Menschen, das wir nur ein kleiner Teil sind im Erdgetriebe. Und fühlen uns oft so groß, alles im Griff habend….

An diesem wirklich sonnigen Sonntag, schauen wir nach meinen Bänken im Botanischen Garten. Entlang des Weges stehen schon erwartungsvolle Schneeglöckchen, gelbe Winterlinge, violette Cyclamen unter Bäumen. Erwachende Natur in Form von grünen Spitzen, Keimlingen, Blüten, Moose…Vielleicht nur ein kurzes Frühjahrsintermezzo. Wer weiß? Noch ist Januar. Der Mond rundet sich wieder. Wie wird es weiter gehen? Wieder Schnee und Eis?

Bei allen Skandalen um uns herum, fällt es schwer, sich ein fröhlich Herz zu erhalten. Aber lassen wir uns nicht verbittern…..Vertraut den neuen Wegen in der Hoffnung auf den Herrn, auf die Zukunft, auf das Leben und was danach kommt….Wie die Schneeglöckchen und Gänseblümchen jetzt zwischen den Wintern.

Uns allen eine gesegnete Woche, Kraft, Gesundheit und den Blick nach vorn, trotz mancher Widrigkeiten, die unser Dasein überschatten.
Alles Liebe wünscht Musesuse.

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Gerade habe ich lieben Freunden einen Brief geschrieben. Gedanken fließen lassen, Bilder die sich verwandelten, fühlbar, hörbar, Erlebtes – ein sich treiben lassen an diesem grauen Tag. Mein gutes altes DDR Radio „Rema  Andante“ begleitet mich dabei. Der erste Advent ist noch fühlbar wie ein schöner Stoff. Dieses Kaffee trinken bei Christians Omi und Opi in Halle. Gemeinschaftliches singen der guten alten Lieder. Zur Feier des Nachmittags gab es eine Flasche Sekt für alle.Dieser Zauber, der uns umwehte. Beim Abschiedslied, guten Abend, gute Nacht die beiden Großeltern sich die Hände reichten und nicht mehr los ließen, bis wir Lebet wohl wünschten. Und nun lasse ich mich treiben durch den Tag.

Mal sehen, wo er mich hinträgt. Treiben lassen, ein Wort mit so verschiedener Bedeutung. Holz sein auf dem Wasser, selbst vergessen ohne Ziel, einfach nur dasein. Oder Blatt vom Wind sanft getragen, segelnd durch die Lüfte, Feder sein. Treiben lassen durch die Adventszeit, mit ihrem Lichterschein, den Klängen, Bildern in Ruhe.

Ganz anders der Sturm die Bätter treibt, das sie im Kreise herum wirbeln. Wer kennt diese Geräusche nicht? Das getrieben sein, das Boot von den Stromschnellen des Flußes erfaßt wird und irgentwo strandet.  Ich hoffe für alle diese besondere Zeit doch in Ruhe zu begehen und erleben. Kein Hasten und Rennen nach Diesem und Jenem getrieben von Unruhe…..Nein, wenn wir es können, die Ruhe haben, genießen wir diese lichterfüllte Zeit im Kreise unserer Lieben und woanders.

Allen eine gesegnete Zeit, wünscht von Herzen Musesuse.

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Im Tanz der Nacht

Meine Gedanken nehmen mich mit fort. Sie werden zu Bildern. Ein Ritt durch die Gefilde der Nacht. In der Stube meldet sich stündlich der wohltönende Zweiklang der guten alten Uhr. Erinnerungen an die Straßenmusiker flammen auf. Es ist nicht einfach sich mit musizieren Geld zu verdienen und noch dazu, wer auf dieses zubrot angewiesen ist… Der Gitarrenbeat nähe Bahnhof und das einsame Saxophon zwischen Häusermauern – Klänge, vom Winde verweht, wie ein Schwarm Vögel. Die Uhr auf dem kleinen Tisch vor meiner Liegestatt läuft unablässig. Auch muß ich immer wieder lachen darüber, dass mir die Hose heruntergerutscht war und im Flur ich später ein Bibelzitat fand: „Lasst eure Lenden umgürtet sein.“ Und was sagt Wolfgang Borchert in seinem Gedicht „Draußen“?:

Das macht das Fenster, daß wir „draußen“ sagen –
und weil wir selber drinnen sind.
Nach draußen muß man schauernd fragen,
denn draußen ist der Wind.

Laternen stehn
schon Hundert schwarze Nächte –
und abends, bald nach zehn,
wenn mancher schlafen möchte,
graut wohl die Straße blaß
und schweigend aus der Flut
von Seufzern, Stein und Glas.

Nun ist es unser Blut,
das so gewaltig rauscht –
da hält der Wind im Tanz der Schritt,
bleibt manchmal stehn,
als ob er lauscht.
Und die Laternen gehen
noch lange durch die Träume mit.

Mögen sich die Seelen der Liebenden nebenan traumtief berühren und ich meine Reise fortführen. Ein neuer Morgen kommt bestimmt.

MuseSuse

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Nachtfalter

Es ist still geworden in der Hallenser Südstadt. Ein einsamer Ton erfüllt das Dunkel. Über meinem Bett schwingt sich im kühnen Bogen ein Baldachin. So gut war ich noch nie gebettet worden und doch kann ich nicht schlafen. Das Glück hält mich wach, denkend an vergangene Stunden: Christians Katze liegend auf dem Aquarium mit den tanzenden Fischen in ihrer goldgrünen Welt. Die schöne Wohnung von meinen Freunden und das Neue. Eine eigene Seite zu haben, wo ich meine literarischen Saaten unterbringen kann auf dem Feld, was sich Internet nennt. Toll, was alles so möglich ist. Dank des rührigen Christian, der mir dieses ermöglicht hat, ein Junge von heute. Als ich aus der Schule kam, wurde der Taschenrechner gerade modern. Mit welcher Technik die Kinder von heute groß werde – unglaublich! Als ich auf die Welt kam entstand die Berliner Mauer. Aber mit 48 Jahren fühle ich mich keinesfalls alt, nein noch zu den jungen Leuten zugehörig. Manches dauert halt etwas länger es zu begreifen. Dazu gibt es Papier und Stift, aufschreiben die einzelnen Schritte.

Die Uhr zeigt 1 Uhr an. In meiner Glück fliege ich zu den Sternen und zum Mond, der so schön geleuchtet hat gestern neben einem Hallenser Wahrzeichen. An der Palme im Zimmer hängt ein indischer Falter. Er ist mein Verbündeter und der einsame Ton in der Luft. Mein Blut rauscht in den Ohren und der Bettüberhang birgt mich im Schutz der Nacht. Werde ich schlafen können oder fliegen meine Gedanken mit mir davon?

Nächtliche Bewegungen von MuseSuse

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(c) ReneS

Freitag, ein freier Tag geladen mit Neugier, Erwartungen, neuen Bildern, das vertraute zurücklassen, wenn auch nur für ein Wochenende. Abschied vom Jenaer Weihnachtsmarkt – sonnenbeschienen. Es Hat etwas unwirkliches in dieser warmen Wetterperiode „Leise rieselt der Schnee“ zu hören. Glühweinbuden, Weihnachtsbeschaulichkeit an verschiedenen Plätzen der Jenaer Innenstadt. Dieses Bild lassen wir da, Saale abwärts nach Halle, in Begleitung lieber Freunde, die dort jetzt studieren. Hier war ich bald zwanzig Jahre nicht mehr. Die Stadt empfängt uns mit ihren bunten Lichtern, bewegten Fußgängerpassagen, beleuchteten Kirchtürmen – die Eindrücke halb verborgen von der Dunkelheit.

Hier schart sich der Weihnachtsmarkt um das Händeldenkmal. Der Duft von gebrannten mandeln, Gerüche aus Töpfen und Pfannen schwängern die Luft über diesem Platz. Zwei Tütchen türkischen Honigs wecken Erinnerung an frühere Genüsse. Hinterher einen Glühwein probiert und der Abend durchstrukturiert in Erwartung des Zusammenseins in der neuen Wohnung. Es gibt ein wunderbares Abendbrot mit musikalischer umrahmung von Rodrigos spanischen Gitarrenkonzerten. Ich freue mich, dass Einzelstücke meines Hausrates hier einen guten Platz gefunden haben und benutzt werden. Schön den Abend ausklingen lassen bei Kerzenschein, Musik, Gesprächen und einem guten selbtsgemachten Glühwein. Nun noch ein Zitat von Augustinus: „Die Seele nährt sich an dem, woran sie sich freut.“

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