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Posts Tagged ‘Ewigkeitssonntag’

Liedchen

Die Zeit vergeht.
Das Gras verwelkt.
Die Milch ensteht.
Die Kuhmagd melkt.

Die Milch verdirbt.
Die Wahrheit schweigt.
Die Kuhmagd stirbt.
Ein Geiger geigt.

Joachim Ringelnatz

Finde, passt zum November. Werden und vergehen…Jetzt wo der Ewigkeitssonntag ansteht, Gräber geschmückt…
Aus dem Leben gegriffen…Zaubert auch ein Lächeln auf die Gesichter…Eine angenehme Zeit uns allen. Liebe Grüße von Musesuse.

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Zs, kr fegt der Wind die Blätter auf der Straße. Wirbelt sie in der Luft herum wie Vogelschwärme. Kz, kr, hui Blätterballett.. Heut ein warmer Ewigkeitssonntag. Hui, fauch orgelt der Wind in der Stromleitung. Bss..Novembermusik….Sitze auf meiner Bank in Cospeda, gerad die Brotbüchse leer gefuttert. Wurstbrot, Mispeln, saure Gurken zum Mittag. Um mich herum spielt das Leben…

In der Straßenbahn schminkten sich jüngere Mädchen…Ausgehen…Party, Tanz, Caffee, Liebster….? Wobei zu bemerken wäre ohne Schminke sehen sie auch reizend aus. Na wer weiß, wem sie gefallen wollen? Schwarze Augen, roter Kussmund….In froher Erwartung…Lebensfacetten. Trauer um Verstorbene und da pralle Fröhlichkeit….Der Weihnachtsmarkt scharrt schon mit den Hufen. Ab morgen ist`s vorbei mit der Städtischen Ruhe bis zum 23. Dezember….

Geh noch in die Closewitzer Kirche, wo auch den, in diesem Jahr Entschlafenden gedacht wird im Gottesdienst. Und ein Kerzlein entzündet wird für jeden von ihnen. Hinterher fragte mich der Pfarrer, was wohl hängen geblieben wäre…Ja die schönen Lieder, einzelne Fragmente der Predigt. Dies ist ein Themenreicher gebündelter Vortrag. Man müßte sich Stichpunkte notieren….So fließen die Worte durch einen durch. Lebensnahe Gebete vom Pfarrer stellvertretend für alle formuliert.

Eine gute besinnliche Stunde…Gemeinsames erleben, hören, singen, Brot und Wein teilen. Wir sind fast alle beladen mit Dingen, die uns gerade beschäftigen. Aber ich denke, die anderen haben auch was mit genommen, sei es nur Bilder, Begegnungen mit den Nachbarn, ruhige Momente, wieder einmal im Kirchlein gewesen zu sein, den Segen….Ewigkeitssonntag, noch ein wenig innehalten….Ja das Leben…Nun noch mal dieses tolle Gedicht von Rilke, heut auch in Lobedaer Peterskirche gesprochen:

ICH LEBE MEIN LEBEN

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

RAINER MARIA RILKE

Uns allen einen guten Start in die Woche…
Liebe Grüße von Musesuse

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Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor….
Der Sturm ritt johlend durch das Land der Farben.
Die Wälder weinten. Und die Farben starben.
Nun sind die Tage grau wie nie zuvor.
Und der November trägt den Trauerflor.

Der Friedhof öffnet sein dunkles Tor.
Die letzten Kränze werden feilgeboten.
Die Lebenden besuchen ihre Toten.
In der Kapelle klagt ein Männerchor.
Und der November trägt den Trauerflor.

Was man besaß, weiß man, wenn man`s verlor.
Der Winter sitzt schon auf den kahlen Zweigen.
Es regnet, Freunde, und der Rest ist schweigen.
Wer noch nicht starb, dem steht es noch bevor.
Und der November trägt den Trauerflor…..

ERICH KÄSTNER

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