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Posts Tagged ‘erinnerungen’

Für mich schon etwas besonderes, Fenster weit öffnen nach dem Aufstehen. Kühle und Vogelgesang hineinlassen. Morgen umgibt wohltuend, Frühstück mundet. Die zwei, nach Gefühl weichgekochten Eier, köstliches Eigelb löffeln. Ein Gedicht. Kaninchen begrüßen im Park, Leben zwischen Betonmauern…

Busfahrt nach Cospeda. Dörfliche Beschaulichkeit. Hühner gackern, Bienengesumm in den Linden vor dem Museum. Feiner Ton duftumwebt. Bleibe stehen, atme tief durch die Nase ein. Der liebe vertraute Weg. Lasse meine Blicke schweifen über Felder und Höhen….

Gestern zwei Rehe gesehen. Ihr rotbraunes Fell leuchtete im Grün. Gräser, Blumen…Sonntag ganz schönen Weg entdeckt vom Napoleonstein nach Closewitz. In bestimmten Blickrichtungen verwandt mit Umgebung um Stolpe/ Insel Usedom. Heideähnlich, nur das keine Sandwege. Bilder, die ich in mir trage. Erinnerungen aufgefrischt, überflogen von wunderbaren Wolken.

Was nicht nur mir gut getan hat, am Napoleonstein aufzuräumen. Glas, Papier, Zigarettenkippen, Müll…Wird Zeit für ein neues denken an Umwelt und Natur. Vergangenen Freitag schon so ein Glücksgefühl gespürt. Früh Glas auflesen rings um den Gedenkstein, gewappnet mit Handschuhen und Messer, Scherben aus der Erde hebeln…

Nachmittag lieben Kollegin geholfen. Die frisch pikierten Jungpflanzen Kisten in der Baumschule zugetragen. Sie hat die Töpfe dann ausgestellt…. Gerade etwas Not in der Gärtnerei. Innendienst kann warten. Hauptsache Klo ist sauber. Und Abends das Größte…Die wohlverdiente Melone. Früherer Gipfeltraum bei unseren Karpatentouren in Rumänien oben angekommen, wenn jetzt eine Melone oder ein Bier…Verschwitzt, abgekämpft, glücklich, Phantasien blühten…

Und heute 1 Tag Urlaub. Mädeltreff. Meine liebe, alte Freundin Ingrid mit Schwester Irene. Zeit miteinander verbringen, Gitarre dabei. Unser Lied singen am Tierbrunnen im Jenaer Paradies. Vertontes Borchertgedicht….Stell Dich mitten in den Regen…

Ja bleibt nur allen zu wünschen, viele schöne Erlebnisse…Liebe Grüße von Musesuse.

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Zur nächsten Seniorenstunde in Altengönna geht es um das Thema Kindheit. Mal sehen, wie der Pfarrer vorgeht….Auch für mich heißer Stoff. Berührt immernoch. Die frühen Jahre sind im Nebel. Erste Erinnerungen ungefähr im Alter von 5 Jahren. Ein Stück Ostsee, Hiddenseher Strandleben. Später mit der Schulzeit der häufigste Begleiter Angst vor dem oft jähzornigen Vater. Spielball zu sein, seiner Wutausbrüche. Dresche aus nichtigen Gründen….

War ein verträumtes Kind. Mit den Leistungen in der Schule haperte es. Bestimmt haben sich die Eltern ein klügeres Kind gewünscht….Aber sehr schön und unbeschwert waren die Familientreffen in Beulbar. Ferien bei der Omi. Unschwer lässt sich erkennen, wie`s mir zumute war, wenn es wieder Nachhause ging…

Jahre später, 1988 im Herbst damit angefangen mittels Fotoalbum allein meine Kindheit aufzuarbeiten. Das war so aufregend und was mir da alles eingefallen ist…Der Schlaf blieb weg…Nun nahm das Verhängnis seinen Lauf damals in Laasdorf. Noch keine Erfahrung mit sowas.

Hatte die Vision der letzte Engel zu sein, der die Welt vor dem Untergang rettet. Daraus ergaben sich alle weiteren Handlungen. Komisch, was da alles war. Beschäftigt heute noch. Auch wenn Bewusstseinsstörungen Fuß fassen, Frau weiß noch was sie tut.

Eine Sache war am 19.1.1989 früh ins Fenster zu stellen, was der Menschheit schadet und später was der Erde nützt. Das dauerte Stunden. Danach in die Gärtnerei nach Zöllnitz gewandert. Muttern hat sich sehr gewundert beim aufräumen, wie die Stube aussah. Meine Endzeitwahrnehmungen…Die besorgten Kollegen bestellten am 20.1.89 den Rettungswagen. Psychiatrie…. Diagnose Psychose. Der erste Eindruck freundlich, Grünpflanzen im Gang…Doch dann eingesperrt, ans Bett gefesselt, Spritzen rund um die Uhr. Meine Schreie der Entrüstung verhallten ungehört…

25 Jahre her. Hatte doch alles auch etwas gutes, heute nicht mehr in diesen Arbeitsmühlen zu treten. Nur Stundenweise. Zeit zu haben um rauszufinden, was hilft mir im Ernstfall. Dafür bin ich der Psychiatrie dankbar. Und irgendwo im Fahrwasser dieser 1. Vision unterwegs sein mit allen Aktionen für andere….

Musesuse, Lobeda den 10. Januar 2014

Allen ein schönes Wochenende

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Nun sind fast zwei Wochen verstrichen seit dem Bergurlaub. Geblieben die Erinnerung, die Bilder im Kopf und in der Fototüte. Hätte alles noch ein wenig länger sein können. Aber ich hab ja meine Aufzeichnungen….Konserviert im Blog und im Heft. Macht sich gut für Veranstaltungen. Lesung, Gedichte, gemeinsames singen+ Fotos.

Letzten Sonntag im Caffee 13 in Jena solch Sommerprogramm gehalten. Kam gut an, 10 Zuhörer….Andächtige Ruhe nach den Lesungen. Gab viel Beifall. Ja beim Seniorennachmittag Altengönna- Nerkewitz wirds auch noch einmal dieses Programm geben. Möglicherweise schon im September.

Sommerliche Wärme liegt über der Stadt. Sitze im Garten bei meinen Musenschwestern. Mittagessen Vorbereitungen. Geteilte Bockwürste, geschälte Möhren, Bohnen, Knoblauch, Ingwer, Putenfleisch…Roswitha müht sich. Bin gespannt auf`s Ergebnis. Hab Birnenstückchen mit. Hungerlöcher stopfen bis es essen gibt.

Auf der Wanderschaft über die Dörfer ist der Tisch gedeckt. Zuckersüße Mirabellen warten aufgelesen zu werden am Wegrand nach Altengönna. Kleine Birnen bei Closewitz. Jäger und Sammler…Beutel im Rucksack, los gehts. Meine Waage Zuhause hat sogar schon 99 kg angezeigt. Also wenn die 90 kg erreicht sind, hab ich 50 kg verloren. Man kann nicht alles auf die Psychopharmaka schieben bei Gewichtszunahmen. Leben erfordert Disziplin.

Meinen Musenschwestern hab ich ein Ginkgoblatt aus der Gärtnerei mitgenommen. Hält`s Blut flüssig und unterstützt die Durchblutung der Großhirnrinde. Kleiner Tipp. Nicht mehr wie drei Blätter am Tag und nicht vor Operationen….Die Ginkgoecke lockt magisch. Fix ein Blatt gezupft… Mein Kollege Gerold meinte scherzhaft:“ Nimm dir doch ein Busch in den Urlaub mit, da hast du was zum naschen!“

Uns allen ein beschauliches Wochenende+ guten Wochenanfang.

Liebe Grüße von Musesuse

Ein Irischer Segenswunsch sagt:

Ich wünsche dir die Gesundheit des Lachens,

ein langes Leben, ein starkes Herz

und immes was flüssiges im Mund.

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Heißes Wasser in den Becher und mit Tütenwein aufgefüllt. Schnellgang Glühwein. Aber es hilft…Hab wieder ein Weilchen auf der Jenaer Johannisstraße Zeitung verkauft. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen…Aber ab und zu zeigt sich noch jemand solidarisch neben vieler Ablehnung von Zeitgenossen. Von bestimmt 15 Befragten einer, der Interesse hat….Na immerhin 3 € verdient in 90 Minuten. Gedichte gesprochen, Kontakte gepflegt, am Rande des Weges geschaut auf den Strom, der vorbei flaniert mehr oder weniger hastig….Ist doch etwas…..Mein Winteranorak ist noch bei der Schneiderin zum stopfen. Ja die Temperaturen…..

Sehr schön die bereifte Landschaft. Weiß umsäumte Blätter, glitzern…..Weiter oben wie in Cospeda, hatte Väterchen Frost den Pinsel geschwungen….Hab beim Pfarrer wieder etwas gebasteltes vorbei getragen, für sein großes Kirchspiel. Von der Wiege bis zur Bahre….Mein Vormittag damit verbracht, in Erinnerungen zu schwelgen an den Gebirgsurlaub. Bilderchen aufgeklebt auf gelb und beige farbiges Papier. Und draußen dicker, grauer Nebel. So lob ich mir meine Stunden Zuhaus. Gemütlichkeit, nette Beschäftigung, brauchst nicht zu frieren auch wenn keine Heizung an ist….

Mittags wieder in der Studentischen Andacht gewesen. Diesmal waren einige Zuhörer mehr da. Auch sehr zur Freude von Johannes Eichhorn dem netten Lektor+ Organisten….Zur Zeit laufen gerade Veranstaltungen der Ökumenischen Friedensdekade in Jenaer Kirchen. Aber trotzdem erschreckend, wie wenig da teilnehmen. Vielleicht um 20 Uhr mehr zur Nacht der Lichter, mit ihren klingenden Taizé Gesängen und Gebeten. Mal sehen, was in der Wundertüte Wochenende alles versteckt ist. Könnt mir vorstellen am Sonntag nochmal 4.30 Uhr aufzustehen, um dann pünktlich 9 Uhr in Zimmern dem Kirchgang zu fröhnen. So außergewöhnliche Aktionen…total verrückt. Sonst im Alltag kriege ich kaum die Hufe aus dem Bett. Komisch gel?

Na uns allen wärmende Getränke, Gedanken, gute Ideen….
Liebe Grüße von Musesuse

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Katerchen….Rührend, obwohl ich mich kaum mit ihm beschäftige, er begleitet mich ein Stück. Oft sitzt Katerli auf dem Tisch, kann gar nicht verstehen, das mir das schreiben wichtiger ist. Spaziert auf dem Heft herum, spielt mit dem Stift. Kleines verspieltes Katzentier. Miau…Schmus mit mir….Miau…Meine Füße scheinen interessant zu sein. Gern wird gezwickt, gut das die Socken dick sind…..Ertragen, dann läßt das Tierchen davon ab. Je mehr Protest, um so schlimmer die Bisse.

Eben hab ich bei lieben Nachbarn Programm gemacht, komme im dunkel raus und Tigerchen wartet draußen. Nun aber heim. Gar nicht so leicht, zum Glück ist es keine schwarze Nacht. Links, mal rechts wird gerannt, kurz vor meinen Füßen vorbei. Möchte ihn nicht treten….Ja da paß mal auf mit ein paar Promille im Blut…Hirsche röhren in den Wäldern, sternklare Nacht. Kann gar nicht die Stimmung genießen. Und wieder der kleine helle Pfeil an mir vorbei….

Erinnerungen an meinen Kater Paul werden wach. Er hatte mich damals in Laasdorf immer abgeholt. Eines Tages verschwand der liebe. Überfahren….Das war damals mit ein Grund die Jagderlaubnis abzugeben. Passte nicht zu mir. Diese Jahre im Wald und auf der Heide haben mich erfüllt. Beobachtungen, Pirschgänge durch die Natur, ja das war etwas. Aber nicht das schießen. Diese Erhabenheit des Wildes….Hat schon mal jemand einen Dammhirsch gesehen? Einfach prachtvoll mit seinen Schaufeln ( Geweih) Oft geht man Umwege im Leben. Zurück geschaut war`s doch prägend…Lebenswege…..

Gel Katerchen, mögen dir einige Jahre hold sein. Pass schön auf. Die Welt ist bunt aber auch gefährlich….

Vom 7. September 2012, Urlaubserlebnisse auf der Insel Usedom.
Liebe Grüße an alle von Musesuse

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Freitag früh….Gerade gefrühstückt. Draußen regnet es. Mutet fast an, wie ein ständiger Begleiter….Mittwoch kleinen Reinfall erlebt. Kultur am Nachmittag für 4 Zuhörer, zwei AWO Mitarbeiter und zwei Gäste. Na möglicherweise eignen sich da Winterstunden besser. Oder Lyrik interessiert nur wenige. Habe alles gegeben, die kleine Runde zu erfreuen. Und Kuchen gab es…

Ja der Urlaub, die Berge, Erlebnisse….Auch wenn manches im Leben nicht so läuft, sind doch die schönen Erinnerungen das, was uns oft aufrecht hält. Zuspruch- glückliche Momente….. Wen man alles trifft in den Bergen….Anthroposophen, Künstler, Kirchliche Würdenträger, Menschen die alle eines verbindet. Die Liebe zu Tirol, zur Natur, zum wandern…..Den einen das Tagwerk….ihr Leben. Spagat Hof versorgen, Gästezimmer, Almwirtschaft, Familie, Heimat. Hut ab vor den fleißigen Bergbauern. Ob sie wohl dieses Jahr noch das Heu einfahren können? Vielleicht kommen noch sonnige trockene Perioden.

Unser Ferienquartier Lattererhof in Navis ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen….Gern denke ich an mein " Schwalbennest", ein kleines Zimmer unter dem Dach. Es muss kein Tanzsaal sein zum schlafen für mich. Abends manchmal kaum noch die Treppe hochgekommen. Aber Dank den Ätherischen Ölen von Olbas flüssig, erholten sich die schmerzenden Gelenke wieder über Nacht.

Mögen alle lieben von hier oben gut behütet sein, immer wieder neue Kräfte schöpfen, gesund bleiben, den Widrigkeiten trotzen, die das Leben manchmal so mit sich bringt….Das wünsche ich auch uns allen im auf und ab unseres Daseins…
Herzliche Grüße an alle Weggefährten von Musesuse

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Der Kuckuck ruft. Dieses Jahr hőre ich ihn das erste Mal rufen. Julia macht mit mir einen wunderbaren Spaziergang auf den Berg. Sonnendurchflutetes Maiengrűn, Laubwald, Orchideen+andere Blumen am Wegesrand. Und so viel Natur am Rande einer Millionenstadt….Láufer, Fahradfahrer, Spaziergánger mit und ohne Hund. Bukshi an der Leine….zum Schutz der Fahrráder. Es gibt immer ein lautstarkes Gebelle, wenn uns jemand begegnet…Vier Hunde sind auf Bukshi los gegangen. Dachte schon, gleich beißen sie ihn. Aber zum Glűck nur Rangrivalitáten. Schau her ich bin der stárkere.

Vom Janoschberg aus der Blick ins Tal…diese Aussicht. Da muss ich an Erich Kástner denken, an das Gedicht: die Wálder schweigen….Das Dáchermeer schlágt ziegelrote Wellen…Ein Háusermeer ….zum Teil im grűnen, Háuser bis zum Horizont… Vor mir die lieblichen Hőhenzűge der Budaer Berge. Probiere Langos und Wein. Singe etwas Schubert und andere Lieder. Hier oben ist ein Naherholungsgebiet, das gern von Naturfreunden genutzt wird. Auch Liebespaare lustwandeln Hand in Hand.
Wie heißt es weiter im Gedicht
" Man flieht aus den Bűros und Fabriken,
wohin ist’s gleich. Die Erde ist ja rund.
Dort wo die Gráßer wie Bekannte nicken
und wo die Spinnen seidene Strűmpfe stricken,
dort wird man gesund."

Hier werden wir am Abend her gehen oder mit dem Bus fahren. Budapester Panorama Im Lichtermeer….Gestern nach dem Konzert war eine Feier. Ja die lieben…belegte Brote, Gebáck, Saft, Wein und einige Bekannte….Die schőnen Lieder….Űber Jahre hatte ich sie nicht mehr gehőrt noch gesungen. Trotz dieser langen Spanne ca. 18- 19 Jahre Zwischenraum, meiner frűheren Madrigalkreiszeit zu heute, waren sie mir vertraut. Unser Gehirn ist wie ein großer Schrank. Manches scheint verlegt in geheimen Fáchern und plőtzlich taucht es wieder auf. In Bildern, Abláufen, Tőnen….Aufgelebt durch dieses Chorkonzert fluten Gesánge wie der 100 Psalm, jauchzet dem Herrn alle Welt….durch meinen Kopf. Dieses strahlende Licht in den alten Kirchenfenstern, vielstimmiger Gesang…Hőre die einzelnen Stimmen zum Klangteppich verwoben…Ja dienet dem Herrn mit Freuden…Klangstrukturen…Ráume…Licht…

Werde mit Julia etwas aus ihren Noten singen heute Abend. Danke liebe Maria fűr die Einladung zur Chorfeier. Nette Gespráche, Gemeinschaft…Glűckseligkeit erfűllt mich űber diesen Abend….Das ich das erleben durfte. Zufall..? Dieser Budapester Chor war der Partnerchor vom Jenaer Madrigalkreis. Deswegen meine Verbundenheit zu diesen Sángern. Viva la Musica! Es lebe die Musik und die Freundschaft!

Liebe Grűße aus Budapest von Musesuse

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Heute gibt es etwas besonderes fűr mich, den Chor von der Nationalbibliotek zu hőren. Mein Chorleiter Jűrgen Puschbeck aus Kammerchorzeiten dirigiert. Ja die lieben, die Verbindungen bestehen noch immer. Mal lauschen was sie schőnes geprobt haben. Meine Freundin Julia singt mit. Sie kenne ich schon űber 20 Jahre.

Hatte mir vorher die alten Gassen auf dem Burgberg angeschaut. Zahlreiche Restaurants zum Teil in schőnen Hinterhőfen, Kellern, auf der Straße, laden ein zum verweilen. Bestimmt nur fűr gut betuchte Gáste….Nicht billig. Aber die Atmospháre….geschműckt mit roten Geranien, illustriert mit Musikern. Ja die Klánge sollen verfűhren…..Schmachtende Geige, Cymbal, Kontrabass. Kőnnt ihr euch das vorstellen in der Fischerbastei mit dem Prachtblick auf Pest. Donau, Parlament, urbane Weiten……Budapest teilt sich in Buda, das ist die bergige Seite und Pest. Ein Liebespaar sitzt eng verschlungen in einer Nische der Bastei den Musikern lauschend.

Wiederum eine Ecke weiter eine Geigerin. Das Spiel scheint ihr nicht leicht. Wer weiß wie lange sie schon spielt? Ihr Spiel wirkt frischer als ich ihr 500 Forint gebe umgerechnet 1,70 Euro. Sie ist Mathematikerin und wahrscheinlich ohne Arbeit. Ja das ist kein leichter Broterwerb, sich mit musizieren űber Wasser zu halten als Straßenmusikant. Auch nicht vor Hotel Hilton und dem schőnsten Blick auf Budapest….Meine Geigerin freut sich sehr, sie gewinnt wieder an Zuversicht…

Obertőniges Glockengeláut vom Turm der Matthiaskirche. Viele Touristen, da Diplomaten von einer Polizeieskorte bewacht. Zahlreiche Andenkenláden, leuchtende Paprikaketten, bestickte Tischdecken, Volkskunst. Hotel Hilton….Busse, Stadtfűhrer. Ob wohl der Dollar, Rubel, Euro rollt?

Der alte Saal in dem Institut fűr musikalische Wissenschaften ist gut gefűllt. Erwartungen….Einzug der Sángerlein. Frauen in folkloristischer Chorkleidung. Weiße Blusen, schwarze lange Rőcke. Die Mánner in schwarzen Anzűgen. Wunderbare Gesánge beleuchtet von einem großen Kristallkronleuchter. Anspruchsvolle Chorsátze in verschiedenen Sprachen. Erinnerungen an meine Singejahre im Jenaer Madrigalkreis werden wach. Konzertreisen, Auftritte, Geselligkeiten….Kirchen, Sále, intensive Probenarbeit. Alte Meister bis neue Musik….

Vieles was die Ungarn singen, kommt mir bekannt vor. Welch Freude es wieder zu hőren. Im Geist singe ich mit. Wie die Missa brevis in D Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Draußen in den Báumen flőten die Amseln. Gesang in allen Ráumen….Ein Blick durch das Fenster Budapest im Abendlicht. Nun ein Intermezzo Querflőte und Piano. Der Chor darf sich kurz ausruhen.

Sonnenbeleuchteter Abend von einem Tag der regnerisch begann. Aber ich glaube auch zur Freude der Leute hier. Hatte es doch lange nicht geregnet und heiß wars….H. Schűtz, J.S. Bach, Morley, Hassler, Mendelsohn Bartholdy, Ungarische Komponisten….Zum Teil mit kleinen Chor und Solisten aus den eigenen Reihen. Welch große Leistung von Sángern und Dirigent. Dieser Genuss….Hoffentlich steht am Ende jemand mit Kőrbchen da, das man eine Spende hinterlassen kann. Die kommt dann gewiß von Herzen.

Liebe Grűße aus Ungarn von Musesuse

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Im Januar 1989 war ich das erste Mal wegen einer Psychose in der Jenaer Psychiatrie. Vollgepumt mit starken Beruhigungsmittel, das Gehirn fast eingegipst, die Bewegung mechanisch, stierender Blick….Und trotz allen Widrigkeiten gelang es mir zu schreiben…Eine interessante Radiosendung auf dem Rias Berlin über Musik, als Ausgangspunkt, die mich nicht mehr losließ und zu diesen Gedanken beflügelte….

Musik, alles ist Klang
Der Hauch meiner Stimme,
Gesang des Vorfrühlings.
Amsel, Meisen, vielstimmiges Vogelkonzert.
Unvergessene Melodien klingen im Körperinneren aus früheren Zeiten.
Erinnerung an Musik,
erleben von Tönen, Waldesrauschen. Der Blumenvielfalt.
Sie nicken mit dem Köpfchen im Wechsel der Zeiten.
Der Wind streicht mit Sanftmut,
manchmal auch in forte durch alle Lebensräume.
Alles ist Musik, alles ist Ton.
Egal Gras, Baum, Mensch, Instrument.
Töne laut, leise, abschwellend, anschwellend,
geflüstert, geschrien.
Musik. Das höchste alles sein.
Melodie, Töne, Klang, immer wieder unser größtes Erleben.
Musik, alles ist Klang
Weltall, Erde, Sonne, Mond. Überall Lebensraum.

Hoffnungen in der Welt der verschlossenen Türen, Fesseln, nebenwirkungsreichen Medikamenten, Schlafsälen, Leidenswege, Menschen….

Frühling
Hoffnung, langes warten hier drinnen,
endlich küssen des Gartens, sanftes herumtreten im Beet.
Wann wird es wieder sein…
Knospen springen schon sichtbar am Wegesrand.
Grün sprießt und blüht schon wieder
Hartriegel, Rosensprosse,
Schneeglöckchen bimmeln zusammen mit Krokus und Winterling.
Zwei Wochen vielleicht noch.
Dann riechen des Frühlings außerhalb daheim vielleicht.
O das wäre wunderschön. Erleben, aufatmen.
Mm, wie Sebastian der Kleine, mm, wie es gut riecht und klingelt.
Meise, Amsel musizieren schon ständig.
Hoffnung auf bessere Zeiten außerhalb dieses jetzt sein.
Frühling Mendelsohnscher Lieder,
sanft, laut, leise,
Frühling

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Dienstag. Der Himmel ist grau. Es nieselt leicht. Im Betrieb herrscht betretenes Schweigen. Warum? Eine Arbeitskollegin ist verstorben. Um 14 Uhr ist die Trauerfeier. Wir wollen dabei sein. Kirche und Friedhof liegen auf dem Berg dem Himmel ein Stück näher. Züge trauernder Menschen mit herrlichen Blumengebinden schlängeln sich langsam hinauf. In der Totenkammer im offenen Sarg auf weißen Tüchern die Verstorbene. Irgendwie hat sie etwas unwirkliches an sich. Das Gesicht blau-grau getönt. In den gefalteten Händen ein Veilchenstrauß.

Was ist das? Tod sein. Eindrücke im Familienverband. Ein leerer Stuhl. Ein Raum der nicht mehr ausgefüllt ist. Den Tod kann man nicht erklären. Er ist überall gegenwärtig. Jeden von uns verfolgt er einmal. Es ist gut, das wir ihn nicht im voraus berechnen können.

Die Angehörigen kommen und nehmen Abschied. Tiefe Trauer, Tränen stehen in den Augen. Einfach unfassbar, das dieses Leben schon so früh aufgehört hat. …Tiefer Frieden und ewige Ruhe gehen von der Toten aus. Eine Ruhe die nie gestört werden kann.

Erinnerungen kommen hoch. Viel Not und Krankheit hat sie überschattet. Aber trotzdem recht lebensfreudig gewesen. Eigentlich hatte sie einen schönen Tod. Eingeschlafen abends und über Nacht in den ewigen Schlaf gesunken…. Die Kirche ist randvoll. Eine Seitentür öffnet sich und der blumenbekränzte Sarg wird in den Altarraum gefahren. Jetzt beginnt der Trauergottesdienst. Immer wieder kommen Gedanken hoch und gleichzeitig Tränen. Ich möchte die Lieder mitsingen aber die Stimme versagt. Andere sind verlegen. Der Pfarrer findet gute Worte um die Leidtragenden zu trösten. Die Totenfeier hat ein sehr dörflichen Charakter wie man es in alten Büchern findet.

An der Spitze das Kreuz und der Pfarrer….

Leider habe ich hier nicht fertig geschrieben damals irgendwann im Jahre 1983. Nachdem mich eine Kollegin ermuntert hatte meine Eindrücke, die mich sehr beschäftigten doch aufzuschreiben. Meine Eltern haben mich nie zu Beerdigungen mitgenommen in Kindheit und Jugend. Das war ein Tabu und der Welt der Großen vorbehalten. Da könnt ihr euch bestimmt vorstellen, welche Tiefenwirkung dieses alles auf mich hatte. Carmen war 20 jahre jung als sie entschlief Zuhause in Stadtroda. Lebenslustig trotz Epilepsieerkrankung. Seit diesem Moment hat mich das Schreiben nicht mehr losgelassen……

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