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Posts Tagged ‘Demenz’

Noch einmal das Programm durchgesprochen für morgen Abend. Hab doch die Aufgabe, einer Reisegruppe aus Sachsen den Weihnachtsabend zu verschönern, mit Liedern und Texten. Na bin schon ganz gespannt….Dafür muß meine Familie am Heilig Abend einige Zeit ohne mich auskommen.

Heute war ich wieder im Phönix Seniorenheim auf der Demenzstation. Hier tut man ein richtig gutes Werk als Musikus. Gemeinsames singen, später zum Tanz aufgespielt. Schneewalzer, Marmorstein und Eisen bricht, Rocknroll. Die letzten beiden auf la, la, so mal richtig die Sau raus gelassen. Da ist eine Freude in den Gesichtern…Manche, die so selbst vergessen umherirren lachen, tauen auf. Zu guten Abend, schön Abend klatschen. Mache mit, auf die Schenkel und in die Hände. Lichte Momente…Christine eine Bewohnerin lobt mich“ Das haste wieder schön gemacht!“ Fast 90 Minuten zusammen verbracht.

Auch einen guten Kaffee gab`s + Stolle, später Abendbrot und Geschenke für mich von den lieben Schwestern. Die Tasche war ordentlich schwer. Na im Frühling komme ich wieder, wenn mir die Gesundheit hold ist…..Mit dem Abnehmen geht`s doch voran trotz Plätzchen. 114,400 kg waren es am Donnerstag. Ausgangsgewicht im Sommer 142 kg.

Uns allen ein schönes, friedliches Weihnachtsfest!!!
Liebe Grüße von Musesuse

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Habe gerade wieder eine schöne Beschäftigung mit Karten basteln für zwei Kirchspiele. Geburtstagskarten, 70 Jahre aufwärts. Der erste Karton ist schon an Ort und Stelle im Pfarramt. Radio hören und tätig sein. Mein Tisch in der Stube vielseitig…Ablage, Schreibtisch, Bastelecke, kleine freie Ecke zum frühstücken….auch eine Unordnung kann eine individuelle Ordnung beinhalten…..Falls sich doch mal kritischer Besuch anmeldet oder mich stört`s, lässt sich da einiges richten…..

Gestern war`s wieder nett im Seniorenheim. Demenzstation. Es ist immer wieder beglückend zu erleben was Musik, Lieder, Gesang für Wirkung hat bei den Betroffenen. Ja die ernsten Gesichtern leuchten auf. Lasse mich von meiner Intuition leiten. Zu bekannten Volkslieder, schunkeln, klatschen, natürlich singen, tanzen….Viele wachen auf aus ihrer Erstarrung…Eine Omi sagt immer.“ Das ist schön, das ist schön.“ Der sonst schweigsame Proffessor singt begeistert Fragmente aus unserem Jenalied mit. Schuberts Forelle findet auch seine Zustimmung. Schwester Kirsten und Petra verwöhnen mich mit guten Kaffee+ Kuchen. Zum Schluss gibt`s noch ein Geschenk….Bis zum nächsten Mal……

Solche Erlebnisse stärken das Selbstwertgefühl. Eigentlich brauche ich mich nicht verstecken….Größen auf Augenhöhe begegnen…Selbstbewusstsein will jeden Tag erarbeitet sein….. Nun wartet der Federweiße, flüssige Freundschaften…Wie heißt`s doch. Ein Glässchen in Ehren ….
Liebe Grüße an alle und genießt das Sommerwetter…
Musesuse

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Erwartungsvoll sitzen sie da. Jüngere Menschen, ältere, manche sichtbar erfreut, andere wirken teilnahmslos. Einer springt öfters auf von Zuckungen geschüttelt. Ja, ja der Teufel Alkohol…Das Betreuungspersonal hat alle im Auge. Schwierige Bewohner neigen zu Aggressionen. Heute singen wir zusammen. Von meiner Intuition geleitet stimme ich die Lieder an. Bitte, es darf getanzt werden. Der Platz füllt sich. Das Tanzbein schwingen zum Walzertakt bekannter Lieder. Schwester Petra nimmt einen umherirrenden Mann an die Hand….

Demenz macht vor keinem halt. Ob Jäger, Studienrat, Arzt, Gastwirt, Alkoholiker….Wer weiß, was uns noch bevorsteht. Ein älterer Bekannter sagte mal zu mir " Wärn`se nur nicht alt, bleiben`se ewig jung" Und winkte ab. Er ist von Gebrechen gezeichnet. Aber hier in dieser abgeschlossenen Welt sind Altersgruppen von 45 Jahren aufwärts. Betreuung rund um die Uhr. Als ich das Kufsteinlied anstimme, geht ein Licht über das starr wirkende Gesicht eines Mannes. Interessant, wie doch etwas ankommt bei einigen Bewohnern. Freude, wenn nur für kuze Zeit.

Nun eine kleine Polonäse durch die Station. Ein Zimmer wird aufgeschlossen. Wir stehen am Bett. In die ältere Frau kommt Leben. Die anderen tanzen zu meinen Liedern. Rennsteiglied, Kufsteinlied. Es scheint, als versucht sie mitzusingen. Früher hat sie selbst gern getanzt und in einem Chor gesungen…..

Wir sitzen wieder im Kreis. Walter, ein ehemaliger Tanzmusiker durchbricht seine Traurigkeit und summt bei einigen Liedern die zweite Stimme…. Abendbrotzeit. Einige müssen gefüttert werden. Mir wird eine Brotzeit hingestellt. Ich freue mich, auch ein paar bekannte Kirchenlieder in meinem Schatz zu haben. Sind sie doch zum Teil mitgesungen worden. Schwester Kirsten hat mir einen guten Wein geschenkt zum Abschied. Danke euch allen für dieses Erfolgserlebnis, zu sehen wie doch meine musikalische Zuwendung angekommen ist. Zwei Bewohnerinnen haben mich noch ganz herzlich umarmt. Bis zum nächsten Mal ihr guten….

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